Archiv für den Monat Juli 2014

victoria – der schiffsheiler ist zurück 5 / machtspiele

lomerus lag in seiner koje an bord der aequitas und war ungemein zufrieden. während er den griff seines gladius, welches er vorerst nur noch außerhalb der stadtmauern tragen durfte, streichelte er den griff. er erinnerte sich:

pavidus war nun frei. er hatte den gladiator decius in einem spannenden kampf bezwungen und valerius, das erste schwert, hatte wort gehalten und so hatte er seine freiheit wieder erlangt. für lomerus, der ihm zuvor noch ratschläge gegeben hatte, begann nun die eigentliche arbeit. die versorgung der verwundeten gladiatoren. später heuerte pavidus bei crispus als luduswache an.
zwischenzeitlich wurde lomerus in den ludus gerufen. gelasia, die topfsklavin, wurde völlig verstört in der unterstadt gefunden. sie war schon seit tagen nicht mehr sie selbst. so nahm der die kräuter, die ingula immer nutzte um seine inneren reisen zu tätigen und liess sie inhalieren. vedius wies er an, sie von hinten festzuhalten, denn er war ihr vertrauter. dsnn konnte die prozedur beginnen und sie erfuhren ungeheuerliches. alles schien auf marcus baratheus hinzudeuten. gelasia wurde aufgeweckt und ihr wurde verboten, den mann noch einmal zu besuchen. immerhin schien sie nun wieder normal zu sein.
endlich, endlich konnte lomerus auf den heimstein schwören und diesmal ohne unliebsame einwände. lucia und gaius bürgten für ihn. er war nun ein bürger victorias und bereitete seine rede zum wahlkampf als volkstribun vor. dann war es soweit und er stand auf der plattform und begann:

sehr geehrter administrator tasdron, sehr geehrte bürgerinnen und bürger, lieber magistrat!

zuerst möchte ich mich bei administrator tasdron sehr herzlich bedanken, dass er uns die möglichkeit gegeben hat, in zukunft dieses unseres volk als volkstribun zu vertreten. das ist ein zeichen wahrer größe gegenüber uns, dem volk. danke dafür!

nun zu meiner vorstellung. mein name ist lomerus, schiffsmedicus auf dem kriegsschiff aequitas, welches am hafen vor anker liegt. zudem bin ich der hausheiler der familie crispus im ludus und somit für das wohlergehen der gladiatoren und sklaven zuständig. der familie crispus habe ich sehr viel zu verdanken und bedanke mich herzlich bei ihnen. außerdem bin ich mit corin einer der heiler, die die menschen der unterstadt kostenfrei behandeln.

wie wir mit unserer durch den sturm und einer übermacht feindlicher schiffe angeschlagenen aequitas hier einliefen, hatten wir fast alle hoffnung aufgegeben, schließlich hatte etliche, auch der käptn des schiffes, ein rarius aus der roten kaste, das schiff wie die urts verlassen. doch der großmütige administrator tasdron ließ uns am hafen ankern und mit den reparaturen beginnen. vielleicht schon in weiser voraussicht, was passieren würde.

nach kurzer zeit entdeckten wir die eigentlich wundervolle stadt victoria. aber auch ihre mißstände. menschen in der unterstadt, die sich keine heilbehandlung leisten konnten. die hungern müssen. auf der anderen seite fürnehmes volk, welches silber und gold lieber hortet, statt ihrem heimstein und den menschen von diesem zu dienen. daher entschlossen wir uns zu drastischen schritten. wir intensivierten die reparaturarbeiten und ich schwor sogar auf den heimstein von victoria, um als volkstribun den menschen und dem heimstein dienen zu können.

dafür will ich als volkstribun kämpfen und einstehen:

– eine abgabe der reichen an die stadt, damit die heilbehandlung, zumindest aber das material für die armen menschen der unterstadt bezahlt wird.
– die sicherheit der stadt victoria durch das gewaltige kriegsschiff aequitas.
– die reformierung des magistrats, damit dieser endlich wieder ein magistrat des volkes wird.
– die reformierung der kasten, das ausmerzen der korruption und des geklüngels.
– das badehaus für die armen dieser stadt grundsätzlich kostenfrei anbieten, schon um die hygiene zu gewährleisten, da die versprochenen freien tage für die bewohner der unterstadt nicht gegeben waren.
– zudem die zusammenarbeit mit dem anderen volkstribun und den bewerbern, die nicht genug wählerstimmen bekommen haben.

das sind schwierige ziele, ich weiß. aber gerade weil sich teile der roten kaste mit teilen der grünen verbündete, um meinen heimsteinschwur zu verhindern und meine aufstellung zur wahl als volkstribun zu verhindern, hatten mich in dem vorhaben nur verstärkt. alle vorwürfe gegen mich konnten ausgeräumt werden. man hatte es nicht geschafft, mich mit infantilen intrigen und lügen zu fall zu bringen.

ihr alle erinnert euch, wie sich das erste schwert der stadt wie ein gassenjunge auf der strasse mit sergius geprügelt hatte. dabei sollte er jederzeit die stadt verteidigen können. die legionen befehligen können, dafür wird er als würdenträger der stadt bezahlt. danach lag er tagelang im hospital. hätte er da die stadt verteidigen können? nein! und um wem kümmerte sich die heilerfamilie salutaris in dieser zeit? um die armen und notleidenten kranken der unterstadt? nein! sondern um die selbstverschuldeten wehwehchen und zipperlein des 1. schwerts und sergius. weiterhin zeigte er seine kompetenz dadurch, dass er einen weiteren stattlichen krieger brauchte, um einen kleinen jungen zu verhaften und ihn in den ludus zu verstecken. doch pavidus hatte es ihm gezeigt, er gewann den kampf gegen den überlegenen gladiator.

ich dagegen liess befehl erteilen, dass nur noch ¼ der mannschaft von der aequitas landurlaub machen konnte, damit die stadt jederzeit hätte verteidigt werden können. ebenso liess ich, kaum, dass das schiff nicht mehr im wasser, sondern auf dem wasser lag, die katapulte errichten. den lohn, den ich im ludus als hausheiler verdiene habe ich zur hälfte in die reparatur des schiffes gesteckt und die andere hälfte für verbandsmaterial, kräuter, öle etc. für die kranken in der unterstadt.
volk von victoria!

laßt euch nicht mehr sand in die augen streuen, wenn ihr veränderungen und verbesserungen für euer leben in dieser stadt wünscht, dann gibt es nur eine alternative:

gebt mir eure stimme zum volkstribun. damit ihr endlich wieder durch einen einen von euch im magistrat vertreten werdet.

für ein magistrat des volkes. für das volk, nicht gegen das volk!
daraufhin entbrannten wilde diskussionen. hochkastige fühlten sich brüskiert, einer warf sogar mit scheisse nach lomerus, der aber gekonnt auswich. aber es gab auch hochkastige, die nun erst auf die zustände der unterstadt aufmerksam gemacht wurden. einer gab lomerus sogar ein gold, damit das nötigste beschafft werden konnte. noch vor der rede hatte lomerus dillus besucht und ihn „motiviert“ sich für ihn als volkstribun stark zu machen, außerdem sollte er corin, dem anderen heiler in der unterstadt 30 silber spenden. ja, dillus machte sich wirklich stark für ihn, denn so blieben er und seine familie am leben. ein für dillus profitables tauschgeschäft.

gelasia bat lomerus um eine unterredung. sie bat darum die techniken zu lernen, die ihren geist schützen würde. lomerus willigte ein und brachte ihr zwei verfahren bei. nicht überrascht war er, wie gelasia ihm aurora atticus als böse person beschrieb. nun… aurora und er hatten viel gemeinsam, sollte sie es also wieder reizen, in den geist von gelasia zu gelangen, so sollte die topfsklavin aurora sagen, sie stände unter seinem schutz. aurora würde verstehen, denn noch war es nicht so weit, sie muss einfach geduldig sein.

ingula und laesio verabschiedeten sich zu einer pilgerreise. besser gesagt, laesio verabschiedete sich, ingula hatte sich sehr verändert. so blieb lomerus nichts weiter, als ihnen eine gute reise zu wünschen. zwei tage später kamen die versprochenen von fauna waren für die aequitas an und die reparaturen konnten weitergehen. fauna bat ihn auch für einen trank für ihre sklavin und erzählte ihm, dass sie sich nun ebenfalls für die menschen in der unterstadt einbringen wollte. er gab fauna das eine gold und sie verprach die medizinischen sachen zu besorgen, so dass er oder corin sie nach und nach aus ihrem lager holen könnten. sogar lycia, die gefährtin vom prätor quintus war interessiert und wollte unterricht für die kinder geben. mehr und mehr hochkastige entdeckten mit einem mal ihr herz für die unterstadt. es würde ihnen trotzdem nichts nützen, aus den säulen der kasten bröckelten schon massive gesteinsbrocken. vega, die sich zu lomerus erzfeindin gemausert hatte und in der rangfolge sogar noch vor dem 1. schwert, valerius, stand, würde die ordnung nicht aufrecht erhalten können.

der schiffsheiler wurde benachrichtigt, sofort im magistrat zu erscheinen, um die vertretung für die grüne kaste zu übernehmen. es war auch ein wissender anwesend, der schlicht schwafelte, aber der voskmission gegen die piraten, zu der sich lomerus als erster eingeschrieben hatte, seinen segen nicht geben wollte. sie solle von der roten kaste alleine bestritten werden. am ende wurde verfügt, dass sich freiwillig jeder bürger melden könnte, segen hin oder her. zudem wurde eine fenstersteuer von 15 kupfer pro fenster, die jeder bürger bezahlen muß, beschlossen. lomerus sein einwand wurde vom administrator einfach als zustimmung umfunktioniert. zuvor wurde der platz der baumeisterkaste an lucius vergeben und der platz der kaste der kaufleute an gaius. callista fiel in die obhut von gaius, ebenso ihr vermögen und die thermen gingen wieder in den besitz der stadt über. lomerus erreichte noch, dass alles medizinische, welches für die voskmission benötigt wurde, über die fenstersteuer finanziert wurde. eigentlich war die ratssitzung eine farce, in der der administrator den ratsmigliedern und bürgern schlicht lange leinen anlegte und doch war lomerus sowas von zufrieden. denn mit dieser sitzung bröckelte es nicht nur aus den kastensäulen, sondern sie begannen schon zu wackeln.

später suchte lomerus die vogelhändlerinnen auf. zuvor traf er aber scipio, der ihn von einer merkwürdigen bestellung berichtete. zudem nahm er lomerus in einen geheimen zirkel auf. dieser hatte für seine ziele einen ungeheuer passenden namen. bei den vogelhändlerinnen nelli und acca kaufte er einen kleinen greif, den er auf augen abrichten wollte. denn der oberste heiler hatte ihm verboten, sein gladius und seine messer innerhalb der stadtmauern zu tragen, oder er hätte die kaste verlassen müssen. so trug lomerus seine messer in der tasche und gab das gladius bei den wachen am tor ab, bevor er die stadt betrat. darüber war das letzte wort noch nicht gesprochen, besonders da der administrator der auffassung war, dass jeder freie mann das recht habe, sich verteidigen zu dürfen. zudem brauchte er einen schnellen zugriff auf die messer, wenn er kleidung oder rüstungen von verwundeten zerschneiden mußte, um an die wunden zu gelangen.

zuletzt besuchte er noch corin im heilerhaus der unterstadt, der ihm klar machte, dass es auch lomerus heilerhaus wäre. lomerus bot im gegenzug corin den unterschlupf an, falls er sich mal in gefahr befinden sollte, denn auch corin stellte sich zur wahl als volkstribun. gemeinsam besprachen sie einen plan, nachdem der schiffsheiler corin zur versklavung innerhalb einer gefährtenschaft gratuliert hatte.

 

ooc: es ist alles, bis auf die wahlkampfrede, aus dem gedächtnis heraus geschrieben und so viel war passiert. bitte entschuldigt, falls doch etwas durcheinander oder einiges unerwähnt sein sollte.

wegen shades-city: darüber berichte ich erst wieder, wenn unsere charakter dort richtig angekommen sind. derzeit spiele ich mit sugar jeden mittwoch dort, aber in im, da unser rollenspiel vieler leuts grenzen weit überschreitet. es stehen noch 2 rollenspiele aus, dann können wir uns in das allgemeine rp in der stadt werfen. daher bitte ich um geduld.

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