chicago 1928 – staffel 1, episode 0.01 / außerdem spieltage für chicago und eschaton

frauenpower!

 

mary dalton hatte es so satt. ihr schmieriger vorgesetzter, richter bush, hatte mal wieder akten über das organisierte verbrechen verschwinden lassen, nachdem er besuch von einem herrn in hut und mantel bekommen hatte. voller wut und ehrlicher entrüstung verliess mary das gerichtsgebäude und wanderte unentschlossen die straßen entlang. überall sah man die verelendung. menschen, die einmal stolz auf sich waren, bettelten an hauseingängen. hungernde kinder und frauen, die sich für das letzte hergaben, damit sie ihre kinder ernähren konnten. ein paar straßen weiter protzte der cotton-club mit edlen limousinen vor dem eingang. feine herrschaften gingen hinein und kamen wieder heraus. alles verbrecher! soviel wußte mary aus den akten. an einen zeitungsstand sah sie drei frauen, die auch schon bessere zeiten erlebt hatten. sie gesellte sich zu ihnen. eine frau klaute eine zeitung, die andere kaufte sich zähneknirschend eine und die dritte konnte sich keine leisten. wirklich vielversprechend. in mary ’s kopf entwickelte sich ein kühner plan, denn so, wie sie jetzt lebte, ohne ehre und immer wegschauend konnte sie nicht mehr weiterleben. sie sagte sich „no risk, no fun“ und sprach die damen an. die diebin entschuldigte sich und zog eilig ihrer wege.

während sie sich mit den anderen beiden damen, ally und lilly, unterhielt, fuhr eine schicke limousine vor und ein großer mann mit verbrechervisage und eine leichtbekleidete dirne stiegen aus dem wagen. sie unterhielten sich lautstark darüber, wo man denn in der stadt ein hotel finden könnte. mary rümpfte verächtlich die nase. dann wurden sie schüchtern von der dirne angesprochen, ob die damen denn ein hotel kennen würden. ally und lilly antworteten nicht, scheinbar waren sie zu schüchtern. daher fragte mary, ob das paar denn ein stundenhotel suchen würde. die verbrechervisage versuchte witzig zu sein, dass er gerne länger schlafe, aber das mädchen in dem kurzen rock errötete und sprach von unverschämtheit. mary war das alles egal, in der öffentlichkeit würde ihr der kerl schon nichts tun. zudem hatte sie ihren revolver in der handtasche. eine kugel in den kopf würde auch solch ein großes rindvieh zur strecke bringen. so deutete sie auf den rock der kleinen und teilte ihr mit, dass es klar sei, welchen gewerbe sie nachgehen würde, denn der rock endet oberhalb des knies. das sei ja nun ein sicheres zeichen für das dirnentum. entrüstet stieg sie in den wagen, der mann folgte ihr und während sie keifte schloss er die tür und fuhr weg. mary lud die beiden damen ins cafe nebenan ein.

sie setzten sich an einen tisch, von wo aus man einen guten blick zum cotton-club hatte. lilly und ally sollten ihre wut teilen, wenn sie der reichen schnösel angesichtig wurden. sie bestellten tee und kaffee, dann erzählte lilly, dass sie vom land käme und nach dem tod ihres mannes nun hoffe, dass sie in der stadt eine anstellung finden würde, um ihren lebensunterhalt zu bestreiten. ally erzählte, dass sie noch nie glück in ihrem leben hatte und dass die brücke wohl der letzte ausweg wäre. mary war klar, dass lilly keinen job finden würde, denn es gab keine jobs in der stadt. vom hurengewerbe mal abgesehen. so fragte mary, ob sich die beiden dafür erwärmen könnten, für ein geringes gehalt einen gefährlichen job nachzugehen. beide waren interessiert, fragten aber, worum es denn gehen würde. lilly erwähnte, dass sie früher ihrem mann im geschäft geholfen, buchhaltung und registratur geführt hatte. mary lächelte, genau die richtige. sie sagte lilly, dass sie sie als probearbeiterin im archiv des gerichts unterbringen könnte. die wären froh über jede hilfe und stellen auch keine fragen. lilly würde an die geschlossenen akten von richter bush bzgl. dem cotton-club herankommen. plötzlich betraten ein paar das cafe. ein übel wirkender kerl mit narbe im gesicht und kalten augen, sowie ein, unverkennbar „animiermädchen“. man begrüßte sich höflich und mary hielt schnell den zeigefinger an die lippen, damit lilly und ally sich nicht verplapperten. das paar setzte sich ein paar tische weiter auf die andere seite. wie mary den kerl beobachtete, entging ihr nicht der vernichtende blick, den der mann zum cotton-club herüber warf. die brut bestellte dann kaffee und apfeltaschen.

innerlich kochte mary, über die überheblichkeit des kerls. was sich diese ziegenböcke aufgrund eines würmchens in ihrer hose einbildeten, brachte sie schon seit langem in rage. so sprach sie laut in die runde, dass es von vorteil wäre, einen starken männlichen beschützer an ihrer seite zu wissen, wenn es darum ginge, die informationen bzgl. dem cotton-club zusammenzutragen. ihr entging nicht, wie der mann die ohren spitzte. lilly und ally wären am liebsten im erdboden versunken. doch lilly spielte dann das spiel mit und fragte laut nach den einzelheiten des jobs und dass sie ja noch nicht zugestimmt hätte. ally sagte mary, dass sie vergessen hätte zu erwähnen, dass der job auch peinlich sei. mary beugte sich vor und flüsterte, wer nicht wagt, der nicht gewinnt. während der unterhaltung, indem das mädchen, das sich bei dem mann für den job bedankte, am nachbartisch wie ein tier den apfelstrudel verschlang, kam es zu einer amüsanten verwechslung. der mann fragte nach und endete seine frage mit miss. daraufhin sprach mary ihn an. nach dem intermezzo zahlte der mann, so, dass das ganze cafe die prall gefüllte brieftasche sehen konnte. das paar verließ dann das cafe und mary erwog, ihm zu folgen. aber der deal mit ihren begleiterinnen war noch nicht unter dach und fach. lilly wußte ja nun, was zu tun wäre, aber ally noch nicht. ally sollte als zigarrenmädchen in den cotton-club eingeschleust werden und augen und ohren offen halten. sollte es schon eines geben, dann würden entweder die herausgefundenen informationen die besitzer davon überzeugen, ally einzustellen oder ally würde sich als bedienung bewerben… oder…., das sagte sie ally nicht, das andere zigarrenmädchen verschwindet eben im fluss. sie legte beiden jeweils 12 dollar auf den tisch, das wäre das wochengehalt. nicht viel, aber so konnte sie die beiden ein jahr lang beschäftigen, bevor mary ’s ersparnisse aufgebraucht waren.

beide stimmten zu. für ally wollte mary in ihrem kleiderschrank nach einer anderen garderobe schauen. sie hatten beide eine ähnliche größe und während lilly die informationen ausgrub, würde sie ally in die feine sprache der oberschicht unterrichten. mary erklärte ihnen noch, wo sie sich ein zimmer nehmen konnten und händeschüttelnd verabschiedeten sie sich. am nächsten morgen wollten sie sich wieder im cafe treffen und sich dann an die arbeit machen. die tage des patriachats waren gezählt! mary beschloss für sich, nochmal den mann von eben zu treffen. er wirkte einfach interessiert und da sie davon ausging, dass er nicht rechtens zu dem vielen geld in seiner brieftasche gekommen ist, ist er sicher an informationen über den cotton-club interessiert. als gegenleistung könnte er sicher ein paar waffen liefern. denn was männer können, können frauen schon lange! aber noch ist das zukunftsmusik…

chicago_frauen_003

 

ooc: das war ein tolles rp, vielen dank dafür. 🙂 die spieltage für das chicago-rp sind montags und freitags ab 20:00 uhr. für eschaton – sektor 7 sind die spieltage dienstags und mittwochs ab 20:00 uhr. für beide rollenspiele gilt, dass man natürlich auch zwischen den spieltagen spielen kann.  ich verlinke nochmal auf die blogs der rollenspiele, wo ihr euch auch die slurl ziehen könnt:

chicago 1928-rp, blog von kenny

chicago 1928-rp, blog von zasta

eschaton – sektor 7-rp, blog von neb

eschaton – sektor 7-rp, privater blog von neb

 

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