eschaton die vierte – das arme mädchen, der oberst und der plan

heidi erwachte und fühlte sich irgenwie nicht gut. die regeneration war wohl nicht lang genug. unter dem kopfkissen lagen noch immer das verbandszeug und die zwei skalpelle. sie nahm sie an sich und packte sie in die tasche. dann machte sie sich auf den weg nach draußen. ah, da stand er, heroisch, groß gewachsen und gefährlich… der oberst! sie humpelte auf ihn zu und sprach ihn grüßend an. da er auf der empore einer hütte stand, mußt sie nach oben schauen, was sie noch unleidlicher werden liess. nach einem kurzen geplänkel, führte der oberst sie ins unterirdische, in einem raum, in dem ein käfig stand. begeistert jauchzte sie auf… eine echte menschin war darin gefangen. zig gedanken sausten durch ihr hirn, was sie alles damit anstellen könnte. innerlich nannte heidi die gefangene schon probantin. und da sie die ur-probantin war, verzichtete sie auf eine nummer hinter der bezeichnung. jedenfalls lag es auf der pritsche und jammerte. heidi fragte sich, ob menschenmännchen genauso wehleidig wie die weibchen sind. sie sprach dem oberst ihr kompliment aus und fragte ihn, ob sie ihm von ihrer idee erzählen durfte. er bejahte und etwas aufgewühlt, wie er wohl darauf reagieren würde, erzählte sie ihren plan:

pro mensch bekommt man zwei gehirnhälften, zwei augen und vier extremitäten. wenn man es hinbekommt, das korrekt zu teilen und die nervenfasern wieder zusammenzufügen, zusätzlich den blutkreislauf in bewegung zu halten, dann hätte man zwei mutantensoldaten. diese müßten zwar programmiert werden, aber das dürfte das geringste problem darstellen. mangels glon- und /oder genlabor und die passenden gerätschaften, wäre das eine nachhaltige und effiziente methode, die mutanten zu stärken und den menschen, ganz besonders diesen versagern vom sogenannten militär, ein verdientes ende zu setzen. aäßerlich kalt und gelassen, innerlich jubelnd vernahm sie, wie der oberst ihr zustimmte und sie fragte, ob sie seine assistentin werden wollte. ohne groß zu überlegen nahm sie das angebot an. derweil wurde die probantin immer ängstlicher und unruhiger. der oberst erzählte, dass das objekt blind sei. im nachhinein ist das natürlich eine schwierigkeit, aber, wenn heidi die netzhaut gesunder augen teilen und ihr einpflanzen kann, sollte das kein problem darstellen. oder es müßte eben geschaut werden, ob das militär gps-empfänger hat und wie man an diese herankommt. zudem erzählte sie dem oberst von den vorschlag, den sie der schmutzigen menschin im menschenlager unterbreitet hatte. alle sieben tage sollten die mutanten eine lieferung mit forschungsmaterial erwarten. kommt es nicht, so müsse man sich im menschenlager bedienen.

die probantin begann im so gegen den käfig zu schlagen, dass heidi furchtbar erschreckte und mit ihrem lahmen bein fast hingefallen wär. sie wurde wütend und wollte die probantin erst mit dem stab züchtigen. doch die vernunft siegte, dass das material nicht beschädigt werden sollte. daher bat sie den oberst, der der probantin ohnehin schon mit lärm zugesetzt hatte, etwas gegen den krach zu unternehmen. das tat dieser, indem er der probantin den linken mittelfinger abschnitt. heidi hatte jedoch den eindruck, dass er darlegen wollte, wer der boss im lager sei und verhielt sich ab da merklich zurückhaltender.

das objekt wurde still und fiel auf den boden, ein schock kann solch eine wohltat für die ohren sein.  heidi hatte sie zuvor gefragt, wie sie jammerte, dass sie doch nur leben freikommen wolle, was sie denn da draußen wollte. kaum nahrung, kaum wasser. heerscharen von lebenden menschlichen kadavern, die ihre perversen und kranken triebe an ihr befriedigen würden. da hätte sie es doch bei den mutanten wesentlich besser, wenn auch nur eine zeitlang. aber sie war mit keinem noch so sachlichen argument zu überzeugen.

der oberst verabschiedete sich und bat heidi, die probantin zu verbinden. diese streckte auch brav ihren arm aus dem käfig und heidi opferte das kostbare verbandsmaterial, um das alberne stück fleisch zu verbinden. sie seufzte schwer und begab sich dann in den nebenraum, in dem sie eine liegestätte entdeckt hatte. den stab und die tasche an sich pressend, begann sie den regenerationsprozess.

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